Der Weltraum war lange ein Symbol internationaler Kooperation – insbesondere durch Projekte wie die Internationale Raumstation (ISS). Heute verändert sich die Lage jedoch deutlich. Der Weltraum wird immer mehr zu einem Raum des Wettbewerbs. Die wachsende Abhängigkeit moderner Gesellschaften von Satelliten- und Raumfahrttechnologien (z.B. Navigationen, Kommunikation, Wettervorhersagen, Finanztransaktionen und militärische Aufklärung) macht die Kontrolle von Erdumlaufbahnen zu einem strategischen Machtfaktor.
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auf den Weltmeeren. Auch sie ist ein staatsfreier Raum, deren Nutzung durch internationales Recht geregelt wird, in der Praxis jedoch angesichts zunehmender Großmachtkonkurrenz, schwieriger wird. Unterschiedliche Rechtsinterpretationen und politische Spannungen schaffen Unsicherheiten und erhöhen das Konfliktpotenzial.
Zudem sind Weltraum und maritime Räume sicherheitspolitisch eng miteinander verflochten. Satelliten sichern Navigation, Aufklärung und militärische Präzision auf See, während maritime Standorte – etwa in Polarregionen – strategische Vorteile für Raketenstarts bieten. Gerät einer der beiden Bereiche in Konflikt, wirkt sich dies schnell auf den anderen aus und verursacht größere Stabilitätsrisiken.
Die aktuelle Entwicklung wirft daher wichtige Fragen auf:
- Wie entstehen Konflikte in staatsfreien Räumen, und wie lassen sie sich begrenzen?
- Führt die enge Verbindung von See und All zu neuen Bündnissen zwischen Staaten?
- Warum werden internationale Regeln zunehmend infrage gestellt?
- Welche Fähigkeiten sind notwendig, um sich in diesen Räumen zu behaupten?
- Welche Rolle spielen private Unternehmen, und wie beeinflussen sie das Machtgefüge zwischen Staaten?